Schwangerschaftsvorsorge

Schwangerschaftsvorsorge

Sie umfasst:

Die Original-Mutterschaftsrichtlinien können Sie beim Gemeinsamen Bundesausschuss abrufen: http://www.g-ba.de/informationen/richtlinien/19/

 

Regelmäßig durchgeführte Untersuchungen sind in der Arztpraxis:

 

Vorrangiges Ziel der ärztlichen Schwangerenvorsorge ist die frühzeitige Erkennung von Risikoschwangerschaften und Risikogeburten. Mögliche Gefahren für Mutter und Kind sollen durch die Untersuchungen rechtzeitig erkannt und abgewendet bzw. behandelt werden. Wir arbeiten mit allen umliegenden geburtshilflichen Abteilungen kollegial zusammen. Die Hebammenbetreuung wird seit vielen Jahren von Frau Monika Klein durchgeführt.

 

 

Ultraschalluntersuchungen während der Schwangerschaft

Im Verlauf der Schwangerschaft werden drei Ultraschalluntersuchungen (Ultraschall-Screening) angeboten: Schwangerschaftswoche 8 + 0 bis 11 + 6 SSW (1.Screening), 18 + 0 bis 21 + 6 SSW (2.Screening) ,28 + 0 bis 31 + 6 SSW (3.Screening)

Dieses optionale Ultraschall -Screening dient der Überwachung einer normal verlaufenden Schwangerschaft insbesondere mit dem Ziel, der genauen Bestimmung des Kindsalters, der Kontrolle der Kindsentwicklung, der Suche nach auffälligen Merkmalen des Kindes und dem frühzeitigen Erkennen von Mehrlingsschwangerschaften. Auch die Lage der Plazenta (Mutterkuchen) wird beurteilt.

 

Aufklärung für die „informierte Entscheidung“ der Schwangeren

Im Vorfeld des 1. Ultraschallscreenings wird die Schwangere über Ziele, Inhalte und Grenzen sowie mögliche Folgen des Untersuchungsverfahrens aufgeklärt – in Form einer schriftlichen Patienteninformation und eines ärztlichen Gesprächs. Es ist vorgesehen, dass die Schwangere ein „Recht auf Nichtwissen“ hat, auch auf ein Nichtwissen im Hinblick auf einzelne Befunde aus den Ultraschall-Untersuchungen. Bei der Ultraschalluntersuchung könnten sich manchmal Auffälligkeiten zeigen, die eine genauere Abklärung bedürfen und entsprechende Folgeuntersuchungen oder schwierige Entscheidungen notwendig machen. Es ist deshalb wichtig, dass Schwangere vorab über die Vor- und Nachteile des Screenings aufgeklärt werden. Dadurch haben Sie die Möglichkeit, auf der Grundlage dieser Informationen eine ausgewogene Entscheidung treffen zu können, ob und welche Ultraschall-Untersuchungen sie wahrnehmen möchten. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat hierfür eine Patienteninformation entwickelt, die vor dem 1. Ultraschallscreening über Vorteile, aber auch über unerwünschte Wirkungen und Risiken umfassend informiert. Es wird schwangeren Frauen im Vorfeld der Untersuchung verpflichtend ausgehändigt: http://www.g-ba.de/institution/service/publikationen/merkblaetter/merkblaetter/. Darüber hinaus ist ein Gespräch mit dem Arzt vorgesehen. Auf dieser Basis kann die Schwangere sich entscheiden, ob und welche Ultraschall-Untersuchungen sie wahrnehmen möchte.

Im ersten und dritten Schwangerschaftsdrittel kann die Schwangere eine Basis-Ultraschalluntersuchung in Anspruch nehmen. Im zweiten Schwangerschaftsdrittel steht neben der „Basis-Ultraschalluntersuchung“ seit dem 1.7.2013 auch eine „erweiterte Basis-Ultraschalluntersuchung“ zur Auswahl:

 

Basis-Ultraschalluntersuchung:

Bei dieser Untersuchung werden die Größe von Kopf, Bauch und die Länge des Oberschenkelknochens des Kindes gemessen. Auch die Lage der Plazenta (Mutterkuchen) wird beurteilt.


Erweiterte Basis-Ultraschalluntersuchung:

Zusätzlich zu den Leistungen des 2. Basisultraschalls wird nach Auffälligkeiten der Hirnflüssigkeitsräume, einer Auffälligkeit der Kopfform und der Darstellbarkeit des Kleinhirns gesucht. Weiterhin überprüft man auf Unregelmäßigkeit der dorsalen Hautkontur, eine auffällige Herz /Thorax Relation, die linksseitige Herzposition, einen unregelmäßigen Herzschlag des Kindes und die Darstellbarkeit des 4-Kammerblickes des Herzens.

Quelle: Gemeinsamer Bundesausschuss (zu Mutterschafts-Richtlinen, Mutterpass, GBA-Patienten Informationen)

 

 

Screening auf Schwangerschaftsdiabetes

Zwischen der 25. und der 28. SSW können alle Schwangeren, die nicht bereits einen diagnostizierten, manifesten Diabetes haben, einen Blutzucker-gestützten Suchtest zur Früherkennung von Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes, kurz GDM) bekommen. Schwangerschaftsdiabetes ist eine der häufigsten Schwangerschaftskomplikationen in Deutschland.

Bei dem Suchtest wird zunächst eine Glukoselösung (mit 50g Glukose) getrunken. Die Schwangere muss bei dem Verfahren nicht nüchtern sein. Eine Stunde nach Einnahme wird der Blutzuckerwert bestimmt. Bei auffälligen Blutzuckerwerten (ab 135 mg/dl und bis 200 mg/dl) wird dann zur weiteren Abklärung zeitnah ein oraler Glukosetoleranztest (oGTT) veranlasst. Für diesen Test darf zuvor mindestens acht Stunden keine Nahrung aufgenommen werden. Merkblatt für Patientinnen „Ich bin schwanger. Warum wird allen Schwangeren ein Test auf Schwangerschaftsdiabetes angeboten?“: http://www.g-ba.de/downloads/83-691-284/2012-03-03_Merkblatt%20Schwangerschaftsdiabetes.pdf

 

Zusatzuntersuchungen, die keine Kassenleistung sind

App: Wir bieten Ihnen eine kostenlose App für ihr Smartphone an, in der Sie interessante Informationen, die auch auf ihren Geburtstermin abgestimmt sind finden.

Zusätzlich zu den gesetzlich vorgeschriebenen Untersuchungen bieten wir auf Wunsch folgende Zusatzleistungen, die privat zu bezahlen sind, an:

Zusätzliche Ultraschalluntersuchungen incl. 3D Bildern sowie Blutuntersuchungen.

Leider sind nicht immer so schöne Aufnahmen zu machen…

 

Toxoplasmose

Die Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit die durch Parasiten übertragen wird. Diese finden sich hauptsächlich in den Ausscheidungen von Katzen und frischem Fleisch (speziell Schweinefleisch).

Infektionswege beim Menschen:

 

Symptome einer Toxoplasmoseinfektion

Häufig verursacht die Toxoplasmose keine Symptome, manchmal lediglich leichte grippeähnliche Beschwerden. Nach einer durchgemachten Infektion besteht lebenslanger Schutz gegen eine erneute Infektion.

Toxoplasmoseinfektion der Mutter in der Schwangerschaft

Bei einer Erstinfektion in der Schwangerschaft können die Erreger auf das Ungeborene übertragen werden und beim Kind eine Toxoplasmoseerkrankung auslösen. Es besteht die Gefahr von Fehlbildungen am Gehirn und an den Augen. Die Fehlgeburtsrate ist erhöht.

 

Cytomegalie

Cytomegalie ist eine Erkrankung, die durch Viren der Herpesvirengruppe übertragen wird und ähnliche Auswirkungen wie die Toxoplasmose haben kann. Die Übertragung erfolgt hierbei aber hauptsächlich über die Ausscheidungen von Kleinkindern (ca bis zum 3. LJ). Deshalb dürfen schwangere Erzieherinnen ohne Schutz gegen Cytomegalie auch nicht mit Kleinkindern arbeiten. Die Erkrankung ist normalerweise für Erwachsene harmlos, kann jedoch ein ungeborenes Kind besonders im ersten und zweiten Drittel einer Schwangerschaft stark schädigen. In etwa 50% der Fälle einer Erst-Infektion während der Schwangerschaft wird das Virus auf das Ungeborene übertragen.

Vorgeburtliche Diagnostik (NIPD)

Blutuntersuchung zur Erkennung bestimmter angeborener Erkrankungen (Tris 21, Tris 13/18 und Veränderung der Geschlechtschromosomen). Genauere Informationen finden Sie unter https://www.fetalis.de/index.php?id=1

 

Streptokokkenuntersuchung zum Ende der Schwangerschaft

Streptokokken sind Bakterien, die in verschiedene Stämme unterteilt werden. Die jeweiligen Stämme können unterschiedliche Erkrankungen hervorrufen, wie beispielsweise eine Angina oder Scharlach. Während der Schwangerschaft sind Streptokokken der Gruppe B bedeutsam, da sich das Kind bei der Geburt unter Umständen folgenschwer damit infizieren kann.

Streptokokken der Gruppe B besiedeln den Genital- und Afterbereich und können von dort in die Gebärmutter aufsteigen. Solange sich das Kind in der geschlossenen Fruchtblase befindet, ist es vor den Bakterien geschützt. Öffnet sich jedoch die Fruchtblase im Verlauf der normalen Geburt oder auch infolge einer anderen Infektion, kann sich das Kind mit Streptokokken infizieren. Etwa die Hälfte bis zwei Drittel aller Babys von Müttern, die eine Streptokokken-Infektion im Genital- und Afterbereich haben, infizieren sich ihrer Geburt. Ein bis zwei von 100 dieser Kinder erleiden eine sogenannte Neugeborenensepsis, die unterschiedliche Verläufe haben kann.

Bei der Frühform entwickeln sich beim Kind innerhalb der ersten Lebenswoche (oft bereits am ersten Tag) eine Lungenentzündung und eine Sepsis. In selteneren Fällen können sich die Hirnhäute, das Knochenmark und die Gelenke entzünden und betroffene Babys können auch daran sterben. Auch sind Langzeitfolgen, die das zentrale Nervensystem betreffen, möglich. Bei der Spätform kommt es zwischen der 2. Lebenswoche und dem 3. Lebensmonat meist zu einer Hirnhautentzündung. Diese lässt sich, wenn sie rechtzeitig erkannt wird, relativ gut mit Antibiotika behandeln. Diese Kinder tragen oft keine bleibenden Schäden davon und werden wieder gesund.

Routinemäßiges Screening nicht Bestandteil der Schwangerenvorsorge

Unter medizinischen Gesichtspunkten kann es sinnvoll sein zu wissen, ob eine Schwangere in den letzten Schwangerschaftswochen mit B-Streptokokken infiziert ist oder nicht. In der gültigen Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe wird zu einem Screening aller Schwangeren in der 36. Schwangerschaftswoche geraten. Derzeit ist ein solches Screening aber nicht Teil der Mutterschaftsrichtlinien und daher auch keine Kassenleistung. Nur bei bestimmten Risikokonstellationen (z.B. Frauen, die vor der 37. Woche entbinden, Blasensprung viele Stunden im Vorfeld eigentlichen Geburt) wird der Test als Kassenleistung durchgeführt. Schwangere Frauen ohne besondere Risiken können den Test als so genannte Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) in Anspruch nehmen, müssen ihn dann jedoch selbst bezahlen.

Schwangere, bei denen eine B-Streptokokken-Besiedelung im Anogenitalbereich nachgewiesen wurde, erhalten unter der Geburt eine single-shot Antibiose, die Mutter und Kind gleichzeitig behandelt. Um auszuschließen, dass sich ein Neugeborenes infiziert hat, wird es nach der Geburt besonders beobachtet, um mögliche Symptome (z.B. Temperaturanstieg, niedriger Blutdruck, außergewöhnliche Herz- oder Atemfrequenz, auffälliger Gesamtzustand, Anstieg von Entzündungsparametern im Blut) festzustellen. Frauen, bei denen während der Schwangerschaft Streptokokken der Gruppe B festgestellt wurden, wird daher eine Entbindung im Krankenhaus empfohlen.

 

Akupunktur zur Geburtsvorbereitung

In den Mutterschaftsrichtlinien sind auch Untersuchungen und Beratungen von Wöchnerinnen mit eingeschlossen. Ebenso die Verordnung von Medikamenten, Verbands- und Heilmitteln, die Akupunktur-Therapie zur Geburtsvorbereitung. Die Akupunktur zur Geburtsvorbereitung beginnt in der Regel um die 36.SSW. Jede Woche sind ein bis zwei Sitzungen angedacht. Dabei werden auf jeder Seite des Körpers vier Akupunktur-Punkte behandelt:

 

Die einzelnen Behandlungen dauern jeweils etwa 20 Minuten. Ob Sie dabei sitzen oder liegen wollen, bleibt Ihnen überlassen. Manchmal regiert der Körper mit Schwindel auf die Akupunktur, dann ist eine Behandlung im Sitzen angenehmer. Um sicher zu gehen, dass auch dem Baby die Akupunktur bekommt, wird es häufig mittels CTG überwacht. Von der Krankenkasse wird die Akupunktur zur Geburtsvorbereitung in der Regel nicht gezahlt. Weitere Informationen unter https://www.aerzteblatt.de/archiv/15971/Additive-Akupunktur-Der-Geburtsverlauf-wird-beschleunig