Krebsfrüherkennung

Krebsfrüherkennungsuntersuchung:

Krebserkrankungen
des inneren
und äußeren

weiblichen Genitales
Die jährliche Genitaluntersuchung für Frauen ab 20 Jahre
Die Untersuchung umfasst:

  • gezielte Anamnese mit Fragen nach Veränderungen und Beschwerden
  • Inspektion des Muttermundes
  • Krebsabstrich vom Gebärmutterhals und zytologische Untersuchung (Pap-Test)
  • gynäkologische Tastuntersuchung (ab 50 verbunden mit der Tastuntersuchung des Enddarmes)
  • Befundmitteilung mit anschließender Beratung.
Brustkrebs Jährliche Brustuntersuchung für Frauen ab 30 Jahre gemeinsam mit der Genitaluntersuchung
Die Untersuchung umfasst:

  • gezielte Anamnese mit Fragen nach Veränderungen und Beschwerden
  • Inspektion und Abtasten der Brust und der regionären Lymphknoten einschließlich der ärztlichen Anleitung zur Selbstuntersuchung
  • Beratung über das Ergebnis

Alle zwei Jahre Mammografie-Screening für Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahre
Das Screening umfasst:

  • schriftliche Einladung in eine zertifizierte Screening-Einheit. Mit der Einladung erhalten Sie ein Informationsblatt zum Screening.
  • schriftliche Anamnese
  • Röntgen beider Brüste (Mammografie)
  • Doppelbefundung der Röntgenaufnahmen durch zwei unabhängige Untersucher
  • Befundmitteilung innerhalb von sieben Werktagen

Im Falle eines verdächtigen Befundes erfolgt die persönliche Information und eine Einladung zur weiteren diagnostischen Abklärung. Dies veranlasst die jeweilige Screening-Einheit.

Darmkrebs Jährliche labormedizinische Dickdarm- und Enddarmuntersuchung (für Männer) und Frauen im Alter von 50 bis 54 Jahren
Die Untersuchung umfasst:

  • gezielte Beratung
  • Test auf verborgenes Blut im Stuhl

Der Nachteil der Tastuntersuchung ist, dass auch die geübte Untersucherin oder der geübte Untersucher kleine Tumore und Veränderungen der Eierstöcke, Gebärmutter und vor allem der Gebärmutterschleimhaut nicht erfassen kann. So lässt sich bspw. eine verdickte Gebärmutterschleimhaut, welche ein Hinweis auf einen  Gebärmutterschleimhautkrebs sein kann,  nicht ertasten. Daher bietet der Ultraschall eine genauere alternative Methode zur Krebsfrüherkennung. Mit Hilfe des Unterleibsultraschalls wird eine entartete, verdickte Gebärmutterschleimhaut frühzeitig erkennbar

Darmspiegelung für Männer und Frauen ab 55 Jahren, zwei Untersuchungen im Abstand von zehn Jahren
Die Untersuchung umfasst:

  • gezielte Beratung
  • Dickdarmspiegelung
    Ersatzweise erfolgt auf Wunsch weiterhin der Test auf verborgenes Blut im Stuhl alle zwei Jahre

 

Weitere Informationen zur Krebsfrüherkennung und Erläuterungen (Merkblätter für Patientinnen) finden Sie auf den Seiten des Gemeinsamen Bundesausschusses: https://www.paneuropeannetworkspublications.com/krebsvorsorge-bei-maennern-und-frauen/

Zusatzuntersuchungen, die keine Kassenleistung sind:

Brustultraschall

Die Mammasonographie (Synonyme: Brustultraschall; Brustultraschall-Untersuchung) ist eine medizinisch-wissenschaftlich anerkannte Untersuchung der Brustdrüse mit Ultraschallwellen. Sie wird zur Diagnostik von Gewebsveränderungen der Brustdrüsen angewendet. Das Verfahren dient der Früherkennung maligner (bösartiger) Brusttumoren und der Diagnostik mastopathischer Veränderungen der weiblichen Brust. Als Mastopathie wird eine Vielzahl proliferativer oder degenerativer Umbauprozesse des Brustdrüsenparenchyms (Brustdrüsengewebe) bezeichnet, deren Ursachen vielfältig sind. Neben der sonographischen Untersuchung der Brust schließt die Mammasonographie immer auch die Untersuchung der Axilla (Achselhöhle) ein. Wenn kein auffälliger Tastbefund vorliegt wird diese Untersuchung nicht von den gesetzlichen Kassen bezahlt. Es gibt auch keine Ultraschall „Vorsorgeuntersung“ bei Risikopatienten (z.B. bei familiärer Brustkrebsbelastun).


Vaginale Ultraschalluntersuchung:

Bei der Vaginalsonographie handelt es sich um ein diagnostisches bildgebendes Verfahren der Gynäkologie und Geburtshilfe – zur Darstellung des Uterus (Gebärmutter), der Ovarien (Eierstöcke), der Eileiter. Im Rahmen der Früherkennung dient diese Untersuchung der Erkennung von Tumorerkrankungen der Gebärmutter (Uterus), der Eileiter (Tuben) und der Eierstöcke (Ovarien). Die sonographische Untersuchung bietet die Möglichkeit, eine hoch auflösende Darstellung der Organe des kleinen Beckens zu erreichen und stellt ein genaueres Verfahren dar als die transabdominale Sonographie. Die Vaginalsonographie stellt somit eine exakte, schmerzfreie und risikoarme Methode dar die aber ohne medizinische Notwendigkeit nicht von der Kasse bezahlt wird


Thin Prep Pap Test – Dünnschichtzytologie

Der seit 1971 eingeführte herkömmliche Test zur Früherkennung einer bösartigen Geschwulst am „Muttermund“ hat sehr vielen Frauen das Leben gerettet. Hierbei wird mittels eines Tupfers und einer Bürste Zellmaterial vom Muttermund und dem Muttermundkanal entnommen, auf ein gläsernes Deckplättchen übertragen und fixiert. Dieses wird dann zur zytologischen (mikroskopische Zellbegutachtung) Untersuchung weitergeleitet. Jedoch gelangen nur in etwa 20% der gewonnenen Zellen auf dem Deckplättchen. Die Masse der Zellen, ca. 80%, landen mit dem Tupfer und der Bürste im Müll. Zellüberlagerungen und Verunreinigungen / Infektionen erschweren die Begutachtung im Mikroskop.

Bei dem sog. ThinPrepPap Test handelt es sich um die konsequente Weiterentwicklung zur Verbesserung der Zellbegutachtung. Hier wird mittels einer speziellen Bürste das Zellmaterial an der gleichen Stelle gewonnen. Das gewonnene Material wird in einer Lösung ausgewaschen, gereinigt und konserviert. Im Gegensatz zu der herkömmlichen Methode werden circa 95% der gewonnenen Zellen dann auch der Untersuchung zugeführt. Über eine komplexe Filtertechnik gelangen in jedes Sichtfeld unter dem Mikroskop eine repräsentative Menge aller im Abstrich vorhandenen Zellen. Zellüberlagerungen und Verunreinigungen sind so gut wie ausgeschlossen. Die Qualität des zu beurteilenden Abstrichs ist um ein vielfaches besser.

Ein weiterer Vorteil dieser konsequenten Weiterentwicklung des herkömmlichen Tests ist, dass bei Auffälligkeiten weiterführende Untersuchungen (z. B. HPV & Chlamydien Ausschluss / Nachweis) aus dem gleichen Untersuchungsmaterial durchgeführt werden können. Diese sind dann wieder Kassenleistungen! In einigen europäischen Ländern ist der „ThinPrepPap Test“ Standard, zu 100% die Norm! Der konventionelle Test wird dort nicht mehr durchgeführt. In den USA werden bereits 70% aller dieser Untersuchungen mit dem Dünnschichtverfahren verwirklicht. 95% davon mit den „ThinPrepPap Test“.


Immunologischer Stuhltest

Der immunologische Stuhltest dient in erster Linie der Früherkennung und damit der Früherkennung von Darmkrebs. Seit dem 1. April 2017 ersetzt der immunologische Stuhltest den bislang üblichen, von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlten, Hämoccult®-Stuhltest. Der immunologische Stuhltest ist spezifischer, da er nur menschliches Hämoglobin nachweist (der Patient muss keine spezielle Diät mehr einhalten).

Im Rahmen des Darmkrebs-Screenings wird der iFOBT ab dem 50. Lebensjahr einmal jährlich empfohlen. Ab dem 55. Lebensjahr wird zusätzlich die Koloskopie (Darmspiegelung) als Vorsorgeuntersuchung angeboten. Ab dem 55.LJ darf der Test, wenn keine Darmspiegelung erfolgt ist nur alle 2 Jahre auf Kosten der Kasse ausgegeben werden. Wird eine Darmspiegelung durchgeführt, dürfen wir für 10 Jahre keine Tests ausgeben. Wenn Sie den Test außerhalb der vorgesehenen Intervalle haben möchten, müssen wir Ihnen die Kosten in Rechnung stellen.